The Life Aquatic

Nov 20
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Mit eingebautem Micro im Kassettenrekorder

Zunächst traut man seinen Ohren nicht, dass sich jemand, dieser jemand ist übrigens kein geringerer als Ben Gibbard (Death Cab for Cutie), hinsetzt und einfach mal mit den einfachsten Mitteln ein professionelles Album aufnimmt. Gleichzeitig denk man, verdammt, warum hat sich das bei mir immer nur so Scheiße angehört, wenn ich Lieder auf meiner verstimmten Gitarre in das integrierte Micro meines kleinen Kassettenrekorders geschrammelt habe.

Wenn Herr Gibbard das allerdings macht, so geschehen auf dem 1999 erschienenen Album seines Solo-Projektes All-Time Quarterback (iTunes Link), dann ist das mal eine ganz andere Liga. Gleichzeitig wird man mal wieder daran erinnert, dass gute Musik nicht immer einer aufwendigen Produktion bedarf.

Nov 19
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An der Kasse wir die PLZ erfragt

  • Kassiererin: Hallo.
  • Ich: Hallo.
  • Kassiererin: Haben Sie alles gefunden?
  • Ich: Ja habe ich, danke.
  • Kassiererin: Zahlen Sie bar oder mit Karte?
  • Ich: Mit Karte bitte.
  • Kassiererin (nimmt meine Karte): Danke.
  • Ich (tippe meine PIN ein)
  • Kassiererin (gibt mir die Karte wieder): Bitte schön.
  • Ich (lächele und will mich gerade zum Ausgang umdrehen)
  • Kassiererin: Sagen Sie mir bitte noch Ihre PLZ?
  • Ich (nüchtern): Nein!
  • Kassiererin (ungläubig): Wie?
  • Ich: Nein, ich möchte ihnen meine PLZ nicht sagen.
  • Kassiererin (grummelt): Dann halt nicht ... !
  • Ich: Ich wünsche ihnen auch noch einen schönen Abend.
Nov 06
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Das Dämmen von Häusern wird sich im Rahmen der Erderwärmung zu einem aussterbenden Handwerk entwickeln.
— Spontaner Gedanke meinerseits, nachdem ich heute ohne Jacke die Wohnung verlassen konnte.
Nov 01
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Geschäfte verkaufen etwas

Man mag mich kleinlich, penibel oder Haarspalter nennen, aber was sich große und kleine Unternehmen für Konsumgüter von Welt zur Zeit leisten, empfinde ich dann doch irgendwie als total schräg.

Mein letzter Spaziergang durch die nahgelegene Einkaufshölle - eigentlich heßen die ja heutzutage Shopping Malls aber ich finde die Analogie zu “Spielhölle” so schön passend - zog meine Aufmerksamkeit nach ein oder zwei Geschäften, auf einen, anscheinend neuen Clou der Marketinggenies unserer Zeit. Was mich nur wunderte, entweder wurden von allen die gleiche Agentur oder der gleichen Spitzel beauftragt, sich eine revolutionäre Marketingkampagne für dieses Geschäftsjahr auszudenken. 

Von überall schreit es einem nun “SALE” entgegen. In Groß oder größer, meist in Rot, aber ausnahmslos in Großbuchstaben.

Ich habe mich daraufhin etwas verstört auf den Weg nach Hause gemacht, mir im Internet Klarheit zu verschaffen ob ich nach all den Jahren meinem damaligem Englischlehrer letztendlich doch zustimmen muss, dass man mich für Sprachen nunmal einfach nicht vorgesehen hat oder, dass es noch andere Menschen auf dieser Welt gibt, die noch weniger mit Sprachen anfangen können als ich.

Folgende Vorschläge unterbreitete mir jedenfalls Leo, für den Begriff “sale”:

  • der Verkauf
  • der Absatz
  • der Abverkauf
  • der Räumungsverkauf
  • verkaufen
  • abverkaufen

Geht man davon aus, dass die Macher dieser Kampagne und die Mehrzahl der Konsumenten diesen Begriff mit dem gebräuchlichen “verkaufen” in Verbindung bringen, und um die Masse geht es im Marketing nunmal an erster Stelle, würden die Geschäfte doch darauf hinweisen, dass es bei etwas zu kaufen gibt.

Ich möchte natürlich auch nicht ausschließen, dass es sich mal wieder um eine dieser Kampagnen handelt, die ich einfach nicht verstehe.

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Ich traue den Amerikanern irgendwie nicht zu in der kommenden Woche die richtige Wahl zu treffen.
— Mein erster Gedanke nach einen heutigen Beitrag zum aktuellen US-Wahlkampf
Oct 28
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Ich liebe Apple, für seine grandiosen Produkte. Ich hasse Apple, für seine grandiosen Produkte, da ich sie immer gleich haben möchte.

Ich liebe Apple, für seine grandiosen Produkte. Ich hasse Apple, für seine grandiosen Produkte, da ich sie immer gleich haben möchte.

Oct 25
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Entwicklung eines Albums

  • Erstes Hören: OK, Weiterentwicklung ist gut und die Jungs haben mit ihrer Single “Flux” ja schon ein wenig angedeutet wo es hingeht, aber das?
  • Zweites Hören: Ganz, ganz langsam lichtet sich der Nebel und mit ihm auch die extreme Verwirrung nach dem ersten Hören. Trotzdem ist es noch ziemlich schwere Kost.
  • Dirttes Hören: Das Album wächst. Ich liebe diese Alben, die man nach dem ersten Mal eigentlich wieder umtauschen möchte, man aber aus Respekt gegenüber den Machern noch einen Versuch wagt und letztendlich doch noch belohnt wird. Ich glaube, Intimacy könnte ein solches werden.
  • Viertes Hören: Die vier Jungs haben es mal wieder geschafft und mich überrascht, herausgefordert und letztendlich belohnt. Eines der schwersten Alben der letzten Jahre.

Kele fasst das, was ich nach diesem Album ebenfalls gedacht habe, treffend zusammen: “Wir entfernen uns immer weiter von dem, was viele ursprünglich für die Idee von Bloc Party hielten. Alle, die feststellen wollen, welche Musik und Vision hinter diesen vier Typen steckt, verspreche ich noch so einige spannende Jahre.”

Ich bin gespannt.

Oct 24
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Mit offenen Armen

Mein wöchentlicher Lauf geht zu Ende. Es war endlich mal wieder ein guter Lauf, so dass ich sogar noch ein paar Meter anhängen könnte. Ich nähere mich der letzten Ampel auf meinem Rückweg und schlage dafür gerade in die uneinsichtige Ecke ein, als eine blonde Schönheit auf Inline Skates rollender Weise auf mich zu pest - ich mag dieses Wort irgendwie nicht, aber es beschreibt es einfach am Besten - und ein lautes “VOoooooRSICHT” von sich gibt.

Sie versucht noch links oder rechts an mir vorbei zu manövrieren, was ihr leider nicht so ganz gelingt, da sie ihre Roller-Schuhe entweder noch nicht allzu lang besitzt oder wir beide uns in einer dieser Situationen befinden, in der zwei Menschen unaufhörlich aufeinander zu kommen und sich nicht für eine Seite entscheiden können.

In einer solchen Situation taumeln beide Beteiligten entweder wie zwei Betrunkene nach einer extrem harten Nacht parallel von links nach rechts, oder beide beharren wie Regierung und Opposition während der Haushaltsdebatte, von vornherein auf seine Seite, bei der es sich, im Gegensatz zur Politik, dann meist um die gleiche handelt. Letztendlich bleiben in gefühlten 90% der Fälle beide zwangsweise voreinander stehen, grinsen verschmilzt und navigieren dann langsam um einander herum.

Bei ihr und mir war sie einfach zu schnell, als dass wir hätten voreinander stehenbleiben können. Instinktiv und Gentleman wie ich bin greife ich mir die junge Dame und wir drehen uns einmal um die Achse bis sie und ich wieder halt haben. Ich lasse sie natürlich sofort los. Sie rollt daraufhin umgehend mit einem knappen “T’schuldigung” von Dannen. Mir bleibt nur ein leises “Keine Problem”, was sie wohl schon nicht mehr wahrgenommen haben dürfte. Für die Autofahrer an der Kreuzung muss es ausgesehen haben wie Dirty Dancing auf Inline Skates.

Ich werde nächste Woche vielleicht wieder an der Kreuzung um die Ecke biegen. Meine Arme dann aber schon mal vorsichtshalber weit ausbreiten - wer weiß, was mir dann entgegen kommt.

Oct 22
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Zynismus ist eine destruktive Lebensauffassung, während Sarkasmus das Resultat von trotziger Formulierungskunst ist, die über einen spontanen Zorn auf ein Meinungseinerlei hinweghilft.
— Auszug aus Max Goldts “Der Krampfen auf dem Sims”
Oct 21
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The Life Aquatic I

Ich habe gestern von ihr geträumt. Mal wieder. Es war ein schöner Traum. Sie ist damals in der Schulzeit mit ihren Eltern in die Stadt gezogen.

Wir kannten uns also schon eine halbe Ewigkeit. Wir merkten schnell, dass uns mehr verbindet, als nur eine Freundschaft zwischen einem Jungen und einem Mädchen. Aber auch weniger als Liebe. 

Wir folgten dem Unterricht immer weniger. Schrieben unsere Gedanke gegenseitig lieber in kleinen, karierten Hausaufgabenheftchen nieder. Ich glaube, die Lehrer haben das bemerkt. Lehrer sehen alles. Aber das war uns egal. Wir waren wichtiger.

Wenn wir uns gesehen haben, war da immer diese Vertrautheit, diese Geborgenheit. Wir haben oft über uns gesprochen, uns dabei angekuschelt. Auf Parties haben sich unsere Wege irgendwie immer wieder gekreuzt. Wir sind dann zusammengeblieben, haben uns von den anderen abgesetzt. Mit denen konnten wir damals eh nichts anfangen. Wir waren immer irgendwie Außenseiter. Sie und ich. Mit ihr konnte man gut reden.